Was zeichnet Oolong-Tees aus?

Was zeichnet Oolong-Tees aus?

Die Verarbeitung des frischen Blattguts zu Oolong benötigt die meisten  Arbeitsschritte in der Welt des Tees. Gleichzeitig weist Oolong  die größte Sortenvielfalt auf. Oolong ist ein, grob gesagt, halbfermentierter Tee, der einen Fermentationsgrad zwischen 20 und 90 % aufweisen kann. Für Oolong lässt man den Frühjahrsaustrieb bis Ende Mai, Anfang Juni wachsen, da man kräftigeres Blattgut für die Verarbeitung benötigt. Dann wird 2 bis 3 Monate geerntet. Aus diesem Grund findet man in gutem Oolong häufig den zarten Austrieb mit fünf bis sechs zum Teil vollentwickelten Blättern.

 

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Der neue Frühjahrsaustrieb, hier mit 4 bereits voll entwickelten Blättern und einer Blattknospe.

Die teilweise Fermentation wird erreicht, indem die frischen, leicht gewelkten und damit nachgiebigeren Blätter, in großen Körben geschüttelt werden. Hierbei werden die Blattränder aufgerissen und Pflanzensaft tritt aus. Dieser oxidiert an der kontrolliert zugeführten Luft. Durch weitere Schritte des Rollens und Fermentierens wird der gewünschte Fermentationsgrad erreicht. Nur Teamaker, die Meister ihres Faches sind, sind in der Lage, das frische Teeblatt in seinen vielen  Verarbeitungsschritten zu kontrollieren und den Reifeprozess so zu lenken, dass ein wunderbarer Oolong entsteht.  Der Fermentationsgrad kann von Sorte zu Sorte sehr unterschiedlich sein. Dem Auge des Genießers bietet sich ein wunderbarer Anblick: Die per Hand gerollten Austriebe entfalten sich von Aufguss zu Aufguss und zeigen zum Ende, bei hochwertigem Oolong, ein wunderschönes Bild: Da liegt dann der vor einiger Zeit z.B. in China gepflückte Tee als ganze Triebspitze in ihrer ursprünglichen, naturgegebenen Form vor uns. Das Blatt zeigt an seinen Rändern leichte oder starke bräunlich-rote Verfärbungen, je nach Sorte und Fermentationsgrad. Die innere Fläche des Blattes kann in seiner Farbigkeit von einem kräftigen Grün (junger Sommer-Oolong)  bis zu einem schwachen Grün-braun (ausgereiftere Sorten) spielen.


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Das Teeblatt vor dem Aufguss, nach dem 2. Aufguss und ganz entrollt nach dem 6.Aufguss. Hier Dung Ti Oolong.

Das Duft- und Aroma-Spektrum eines hochwertigen Oolongs ist unglaublich vielschichtig.

Hat man einmal den blumigen, Orchideen-artigen Duft und Geschmack eines TieGuan Yin (Eiserne Göttin der Barmherzigkeit) genossen, wird man diesen Tee niemals vergessen können.

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