Warum kann man von grünem Tee, im Gegensatz zu ...

Warum kann man von grünem Tee, im Gegensatz zu schwarzem Tee, mehrere Aufgüsse zubereiten?

 

Der, bei der Verarbeitung des frischen Teeblattes zu schwarzem Tee, austretende Pflanzensaft reagiert mit dem Luftsauerstoff und oxidiert. Dieser notwendige Prozess verleiht dem Tee sein spezielles Schwarztee-Aroma. Bei der anschließenden Trocknung mit Hilfe zugeführter heißer Luft trocknet der ausgetretene Saft und legt sich wie ein Film um das Teeblatt. Man könnte sagen, der Pflanzensaft »kristallisiert« aus. Bereitet man nun einen Aufguss zu, löst sich der Film wieder, geht in das heiße Wasser über und färbt es je nach Sorte stärker oder schwächer rot bis braun ein. Da so auch alle Geschmacks- und Duftstoffe mit dem ersten Aufguss gelöst sind, erübrigt sich ein weiterer Versuch, den bereits ausgelaugten Blättern Geschmacks- oder Wirkstoffe durch ein  weiteres Aufgießen zu entziehen. Nur das noch im Blatt vorhandene Tannin würde sich langsam lösen und den Aufguss sehr bitter schmecken lassen. Im Gegensatz dazu sind bei grünem Blatttee mehrere Aufgüsse zu empfehlen, um in den Genuss aller Inhalts-, Duft- und Aromastoffe zu kommen. Grüner Tee wird bei der Verarbeitung nicht aufgebrochen um den Blattsaft austreten zu lassen. Somit verbleiben alle wirksamen Substanzen im Blatt, das nur gedämpft (jap. Methode ) oder mit trockener Hitze ( chin. Methode ) behandelt wird, um gerade diese Fermentation (Oxidation) zu verhindern. Grüner Tee gibt seine Inhaltsstoffe über 2–3 aufeinander folgende Aufgüsse an das heiße Wasser ab, und dieses schmeckt bei richtiger Zubereitung nicht bitter. Eine Ausnahme, was die Häufigkeit der möglichen Aufgüsse betrifft, ist Oolong. Oolong ist ein halbfermentierter Tee, der, bei sehr guten Qualitäten, bis zu zehnmal aufgegossen werden kann.

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